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Unsere Filmdoku „Herz aus Asphalt“

Die Fürther Straße in Nürnberg und die Nürnberger Straße in Fürth: Auf diesen knapp sechs Kilometern schlägt ein Herz aus Asphalt. Die Straße verbindet mehr als nur die beiden Städte Nürnberg und Fürth. Diese Straße ist ständiger Wandel – städtisches Leben, pulsierende Kunst und ein Mix der Kulturen. Eine Straße mit Geschichte, mit Charme und viel Potential. Wir wollen mit unserer Doku zeigen, wie bunt und lebendig die auf den ersten Blick eher graue und triste Straße doch eigentlich ist.

Gefördert wurde die Filmdokumentation durch das Kulturreferat der Stadt Nürnberg und das Kulturamt der Stadt Fürth.

Die Geschichte hinter den Bildern

Die Idee stammt aus dem Jahr 2011. Damals wollten wir zusammen mit dem Künstler Karsten Neumann einen eher künstlerisch-experimentellen Film über die „Avenida Mahatma Gandhi“ drehen. Diese fiktive Straße bildet den Mittelpunkt der von Neumann entwickelten Stadtutopie „Bethang“ und ist auf der Fürther und Nürnberger Straße verortet. Leider konnte diese erste Idee aus verschiednen Gründen damals nicht realisiert werden.

Grill and More

Im „Grill and More“ an der Fürther Straße besiegelten wir die Zusammenarbeit mit Jilet, unserem Taxifahrer als Hauptprotagonisten der Dokumentation.

Zwei Jahre Später griffen wir aber die Idee nochmals auf und entschieden uns nun, bei der Realisation dokumentarisch vorzugehen. Die für Nürnberger Verhältnisse sehr geräumige Fürther Straße wird nach einigen Kilometern zur Nürnberger Straße in Fürth. Sie bildet eine direkte Verbindungslinie zwischen den beiden Nachbarstädten. Diese Lebensader sollte der Film nun vorstellen. Neben der Auseinandersetzung mit den Themen Kunst, Kultur, Religion, aber auch Wirtschaft, Verkehr und öffentlicher Raum sollte die Doku auch der unterschwelligen, zur Folklore verkommenen Rivalität der beiden Städte Nürnberg und Fürth entgegenwirken.

Die Bestandsaufnahme und Auswahl geeigneter Protagonisten und Drehorte entlang der Straße gestalteten sich sehr aufwendig. Mit den Recherchen zum Film schwand schnell der Anspruch auf vollständige Abbildung des Lebens auf der Straße. Zu viele Details und Facetten wurden entdeckt, als das sie alle Platz im Film gefunden hätten. Nach dem Schnitt standen letztendlich 42 Minuten Film in der Timeline.

Der Hype um den Franken-Tatort zeigte zwischenzeitlich auch eindrucksvoll, wie medial ausgehungert diese Region ist. Filmische Aufbereitungen der Fränkischen Region und Seele sind durchaus selten.

Im Vorfeld zur Filmdoku wurden von uns drei Trailer produziert:

Ein Film dreht sich nicht von selbst

Die Suche nach Sponsoren war die erste Hürde, die genommen werden musste. Das Kulturreferat der Stadt Nürnberg und das Kulturamt der Stadt Fürth übernahmen einen Teil der Produktionskosten. Die Konzeption nahm dann ungefähr ein knappes Jahr ein. Gedreht wurde dann nochmal fast ein Jahr lang immer wieder auf, unter und neben der Straße. Während der Arbeit am Film änderte sich auch immer wieder die Zusammensetzung im Team. Man musste sich mehrmals neu finden. Letztendlich wurde die Filmdokumentation in einem Kraftakt im Frühjahr 2015 bei WERKSBILD noch vor der Ausstrahlung des ersten Franken-Tatorts (ein selbst gestecktes Ziel) zu einem guten Ende gebracht.

Ein Film über die Menschen in den Stadtteilen

Sikg Küche

Frauen bereiten während der Dreharbeiten indisches Fladenbrot in der Küche des Sikh-Tempels zu.

Während der Dreharbeiten entstand das große DATEV-Gebäude gegenüber dem Landgericht. Kaffees und Kneipen entstehen und verschwinden. Künstler verlassen ihre Ateliers oder siedeln neu in Gostenhof an. Auch nach der Zwangsversteigerung des Quelle-Areals im Juni 2015 wurden die Karten wieder neu gemischt. Man bemerkt auch die zunehmende Gentrifizierung in den angrenzenden Stadtteilen. Es entsteht viel Schönes aber auch Teures, die alten Strukturen der Stadtteile verschwinden. Es gibt jedoch auch viele Menschen, die etwas gegen diesen negativen Trend tun und somit Teil des Films geworden sind.

Der Film portraitiert neben „Jilet“, Taxifahrer und Juwel der Doku, unter anderem ansässige Künstler und Offizielle der beiden Städte. Die Sikh-Gemeinschaft wurde eher zufällig Teil der Produktion, aber ein sehr wichtiger. Schön auch, dass Aushängefranke und Satiriker Matthias Egersdörfer mit dabei war.

Ein Film von und für Nürnberg und Fürth

Der Film gehört den Nürnbergern, Fürthern und allen an ihrer Heimat Interessierten. Im Netz wird er erfreulicherweise gut geklickt. Es war angedacht, den Film auf verschiedenen Festivals zu präsentieren und die ein oder andere öffentliche Aufführung in ausgewählten Locations hat es auch geben. Im Juli 2015 wurde er als krönender Abschluss im Abendprogramm des Frankenfernsehens ausgestrahlt.

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